Anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung der Stadt Sélestat arbeitet die Humanistische Bibliothek mit den Abteilungen Kunst- und Geschichtsstadt und Stadtarchiv zusammen, um von der Widerstandsfähigkeit und dem Mut eines besetzten Gebiets und der Zerbrechlichkeit des Kulturerbes in Konfliktzeiten zu zeugen.
Ein Eintauchen in das Herz des Zweiten Weltkriegs
Anhand von mündlichen Zeugenaussagen, die mit den Archiven der Stadt und der Humanistischen Bibliothek in Einklang gebracht werden, zeichnet die Ausstellung die wichtigsten Episoden dieser turbulenten lokalen Geschichte nach: von der ungewissen Erwartung des "drôle de guerre" bis hin zu den Herausforderungen, die der Schutz von Kulturgütern und die Möglichkeit von Evakuierungen mit sich brachten.
Aber auch die Kontrolle der Bevölkerung durch die Nazi-Verwaltung oder die Tragödie der Zwangsrekrutierung bis hin zur Befreiung der Stadt, die inmitten heftiger Kämpfe erfolgte, werden thematisiert.
Eine komplexe Zeit verstehen
Über eine einfache Wiedergabe lokaler historischer Fakten hinaus stellt diese Ausstellung einen Ansatz zur Vermittlung und zum Verständnis einer komplexen Epoche dar, deren Ereignisse ein Echo auf die zeitgenössischen politischen Herausforderungen.
Der gewählte Ansatz zielt darauf ab, die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Auf diese Weise soll eine kollektive Aneignung des Gedächtnisses erreicht werden. Das Gedenken erweist sich somit als ein Instrument zum Aufbau und zur Aufrechterhaltung eines gemeinsamen Gedächtnisses.